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Studiomikrofon oder Bühnenmikrofon?

Studiomikrofon oder Bühnenmikrofon?

Studiomikrofon oder Bühnenmikrofon?

Über die Begrifflichkeiten Studiomikrofon und Bühnenmikrofon stolpert man in erster Linie, wenn man auf der Suche nach einem Gesangsmikrofon ist. Worum es sich dabei handelt, und für wen sich welcher der beiden Typen eignet, soll im Folgenden geklärt werden. Dabei unterscheiden sich diese beiden Mikrofontypen vor allem in ihrer Bauweise: Während Studiomikrofon meist Kondensatormikrofone sind, weisen Bühnenmikrofone oder Gesangsmikrofone meist eine dynamische Bauweise auf. In unserem Recording Ratgeber finden Sie natürlich auch Erklärungen für diese Bauweisen.

Zum Hintergrund dieses Ratgeber Artikels: Immer häufiger werden auch im Homerecording Studio dynamische Gesangsmikrofone oder Bühnenmikrofone genutzt. Das hängt mit der steigenden Aufnahmequalität solcher Mikros zusammen. Für Sprach- und Instrumentenaufnahmen sind zwar Kondensatormikrofone nach wie vor das Maß aller Dinge, Gesang wird aber heute immer häufiger mit dynamischen Mikros aufgenommen.

Die Sonderrolle des Gesangs

Gesangsmikrofon / Bühnenmikrofon

Gesangsmikrofon / Bühnenmikrofon

Gesang wird mit der menschlichen Stimme erzeugt. So wundert es nicht, dass unser Gehör deutlich geschulter ist, extremere Feinheiten aus einem Gesangspart herauszuhören als aus jedem Instrumentalvortrag. Aus genau diesem Grund wird bei der Gesangsabnahme meist Wert darauf gelegt, dass mit besonders hochwertigen Mikrofonen gearbeitet wird. Dabei handelt es sich gewöhnlich um Großmembran-Kondensatormikrofone. Diese erzeugen zwar mitunter einen fantastischen Gesangssound, sind aber leider für den Bühneneinsatz reichlich ungeeignet. Zum einen sind sie groß und schwer. Zum anderen sind sie extrem empfindlich. Daher können sie nur auf einem Mikrofonstativ verwendet werden.

Bereits bei leichten Berührungen erzeugen sie starke Störgeräusche und wenn sie umfallen, sind sie gerne mal einfach kaputt. Zudem sind sie nicht gerade günstig. Zwar bekommt man brauchbare Einsteigermodelle bereits ab ca. 150€, Mikrofone für 3000€ und mehr sind aber keineswegs unüblich. Bei einer Live-Performance mit einem solchen Studio-Mikrofon muss der Künstler also möglichst ruhig, mit gleichbleibendem Abstand vor dem Mikrofon stehen und aufpassen, dass er nichts umstößt. Für Max Raabe kein Problem. Für die meisten anderen aber schon.

Ein zentraler Punkt bei einer Gesangsperfomance ist die Möglichkeit mit dem Publikum zu arbeiten. Es wird mitunter über die Bühne geschritten, gerannt, geklettert oder sogar manchmal in die Menge gesprungen. Mit einem Studio-Mikro ist all das undenkbar. Um diesem Problem entgegenzutreten wurden Bühnen-Mikrofone entwickelt. Diese sind meist in der deutlich störunanfälligeren dynamischen Bauweise ausgeführt. Außerdem verfügen sie über einen Handgriff und ihre Membran ist durch einen Metallkorb vor äußeren Einflüssen geschützt. Sie sind robust und selbst wenn sie mal kaputt gehen, kostet ein Ersatzmodell nicht die Welt. Natürlich erreichen sie dabei nicht die Klangqualität ihrer Verwandten aus dem Studio. Dies ist aber auch nicht wirklich nötig, da eine Live-Performance ja nur ein einziges mal wahrgenommen wird, während eine Aufnahme bei jedem Abspielen mehr Details preisgibt.

Wann brauche ich wirklich ein Studiomikrofon?

Wann brauche ich ein Studiomikrofon?

Wann brauche ich ein Studiomikrofon?

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Der Kauf eines Studio-Mikrofons lohnt sich dann, wenn man bereits ein Bühnen-Mikrofon besitzt. Es ist nämlich so, dass sich in den meisten Tonstudios mehr Bühnen- als Studio-Mikrofone finden. Bühnen-Mikros sind schlicht deutlich günstiger und im Studio werden viele Mikros benötigt. Des Weiteren muss man die geringere Soundqualität als rein technisch verstehen. Ästhetisch gesehen, kann ein Bühnen-Mikro in vielen Situationen durchaus gegenüber einem Studio-Mikro die Nase vorn haben. Für die Mikrofonierung von Gitarren-Amps oder Trommeln spielen Studio-Mikros beispielsweise eine sehr untergeordnete Rolle.

Auch Gesangsaufnahmen sind mit einem Bühnen-Mikro durchaus möglich, wenn auch etwas unüblich. Mit einem Studio-Mikro kann man zwar feinere Nuancen einfangen, dafür müssen diese aber erst einmal da sein. Im Soul, Jazz oder Klassik-Bereich ist das auch meist der Fall. Bei Punk, Metal oder Rap ist ein solches Edel-Mikro aber ein wenig wie Perlen vor die Säue. Klar, wenn eines vorhanden ist, kann man es auch hier ohne weiteres verwenden. Als Erstanschaffung lohnt sich aber immer eher ein Bühnen-Mikro. Ein solches hat auch den Vorteil, dass es bei einer Aufnahme in der Hand gehalten werden kann und somit ein Wenig von der Bewegungsfreiheit auf der Bühne ins Studio bringt. Dies führt oft zu einer deutlich lebhafteren Performance, was am Ende tatsächlich mehr wert sein kann als die eigentliche Soundqualität.

Fazit: Studiomikrofon oder Bühnenmikrofon?

Bei der Anschaffung von Mikrofonen lohnt es sich zumindest anfänglich mehr auf Bühnenmikros setzen. Diese stellen einen guten Kompromiss zwischen Qualität und Flexibilität dar und sind dabei recht preiswert. Erst wenn man irgendwann an einen Punkt gerät, an dem gewünschte Nuancen in der Aufnahme nicht hörbar sind, wird es Zeit über ein Studiomikrofon nachzudenken. Wer von Anfang an auf höchste Qualität Wert legt, der kann auch zu Beginn direkt ein Großmembran-Kondensatormikrofon in Form eines Studio Mikrofons mit XLR Anschluss anschaffen.

Unsere Studiomikrofon Empfehlung fürs Homestudio

Mikrofon Empfehlung Rode NT1-A Test

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